CAC (Customer Acquisition Cost) – Was Neukundengewinnung wirklich kostet

TL;DR - die Kurzfassung

Customer Acquisition Cost (CAC) sind die Gesamtkosten für die Gewinnung eines neuen Kunden – von Marketing über Lead Generation bis zum Vertriebsabschluss. Im Gegensatz zu CPL oder Cost per SQL zeigt CAC die tatsächlichen Kosten eines zahlenden Kunden und ist entscheidend für die Bewertung der Profitabilität.

Was ist Customer Acquisition Cost (CAC)?

Customer Acquisition Cost (CAC) sind die Gesamtkosten, die anfallen, um einen neuen Kunden zu gewinnen.

Formel:
CAC = (Marketing-Kosten + Vertriebs-Kosten) / Anzahl neuer Kunden

Beispiel:
Ein Unternehmen investiert 50.000 Euro in eine LinkedIn-Kampagne (Marketing) plus 20.000 Euro Vertriebsaufwand (Gespräche, Demos). 5 Kunden werden gewonnen.
CAC = 70.000 / 5 = 14.000 Euro

Warum CAC wichtiger ist als CPL

Cost per Lead (CPL) zeigt nur, was ein Lead kostet – nicht, was ein Kunde kostet.

Beispiel:

  • CPL: 100 Euro
  • 100 Leads generiert = 10.000 Euro
  • 20 werden MQLs
  • 10 werden SQLs
  • 3 werden Kunden

CAC = 10.000 Euro / 3 = 3.333 Euro pro Kunde

Der CPL von 100 Euro klingt gut – aber der tatsächliche CAC ist 33x höher. Deshalb ist CAC die entscheidende Kennzahl für Profitabilität.

CAC im Verhältnis zum CLV

CAC wird erst im Verhältnis zum Customer Lifetime Value (CLV) aussagekräftig:

Faustregel:
CLV / CAC sollte mindestens 3:1 sein.

Beispiel:

  • CAC: 14.000 Euro
  • CLV: 60.000 Euro (3 Projekte über 2 Jahre)
  • Ratio: 4,3:1 → Profitabel

Ein hoher CAC ist kein Problem, solange der CLV deutlich höher ist.

CAC nach Branchen

CAC variiert stark nach Branche, Produktkomplexität und Verkaufszyklus:

  • SaaS (B2B): 1.000–15.000 Euro (je nach ACV)
  • Beratung / Professional Services: 5.000–30.000 Euro
  • Enterprise Software: 20.000–100.000+ Euro
  • E-Commerce (B2C): 10–200 Euro

Höhere CAC-Werte im B2B sind normal und gerechtfertigt, wenn die Projektvolumina entsprechend hoch sind.

CAC berechnen: Was gehört rein?

Alle Kosten, die direkt mit Kundengewinnung zu tun haben:

  • Marketing: Kampagnenkosten, Tools, Content-Erstellung, Agenturen
  • Vertrieb: Gehälter, Provisionen, Tools (CRM), Reisekosten
  • Technologie: Marketing-Automation, CRM, Analytics

Nicht enthalten: Produktentwicklung, Kundenservice, Operations

CAC optimieren

CAC senken durch:

  • Bessere Lead-Qualität (höhere Conversion-Rates)
  • Effizientere Vertriebsprozesse (kürzere Sales Cycles)
  • Retargeting und Lead Nurturing (weniger verschwendete Leads)
  • Organische Kanäle (SEO, Content Marketing)

Achtung: CAC blind senken kann nach hinten losgehen. Wenn dadurch die Lead-Qualität sinkt, steigen die Gesamtkosten.

Payback Period: Wann rechnet sich CAC?

Die Payback Period zeigt, wie lange es dauert, bis CAC durch den Kunden zurückverdient ist.

Formel:
Payback Period = CAC / (Monatlicher Umsatz pro Kunde - Kosten pro Kunde)

Faustregel: Payback Period sollte unter 12 Monaten liegen.

Häufig gestellte Fragen zu

CAC (Customer Acquisition Cost)

Was ist Customer Acquisition Cost (CAC)?

CAC sind die Gesamtkosten für die Gewinnung eines neuen Kunden, inklusive Marketing- und Vertriebskosten. Formel: (Marketing + Sales) / Anzahl Kunden.

Warum ist CAC wichtiger als CPL?

CPL zeigt nur, was ein Lead kostet. CAC zeigt, was ein zahlender Kunde kostet – die einzige Kennzahl, die Profitabilität zeigt.

Wie hoch sollte CAC im Verhältnis zum CLV sein?

Faustregel: CLV / CAC sollte mindestens 3:1 sein. Bei 4:1 oder höher ist die Kundenakquise profitabel.

Welche Kosten gehören in den CAC?

Alle Marketing- und Vertriebskosten: Kampagnen, Tools, Gehälter, Provisionen, CRM. Nicht enthalten: Produktentwicklung, Kundenservice.

Was ist die Payback Period?

Die Zeit, bis CAC durch den Kunden zurückverdient ist. Faustregel: Unter 12 Monate ist gut, darüber wird es kritisch.