WordPress - das meistgenutzte CMS der Welt

TL;DR - die Kurzfassung

WordPress ist ein Open-Source-CMS auf Basis von PHP und MySQL. Rund 43 % aller Websites weltweit laufen damit. Flexibel und erweiterbar - aber mit Wartungsaufwand, den viele unterschätzen.

Du hast eine Website? Dann stehen die Chancen bei fast 50:50, dass WordPress dahintersteckt. Das Content-Management-System startete 2003 als Blog-Software und hat sich zum meistgenutzten CMS der Welt entwickelt - mit allen Vor- und Nachteilen, die eine solche Dominanz mit sich bringt.

Was ist WordPress?

WordPress ist eine kostenlose, quelloffene Software zum Erstellen und Verwalten von Websites. Unter der Haube arbeiten PHP und MySQL (bzw. MariaDB). Du installierst es auf einem Webhosting deiner Wahl und steuerst alles über ein browserbasiertes Dashboard - ohne Programmierkenntnisse für die Inhaltspflege, aber mit Entwickler-Bedarf für alles darüber hinaus.

Die Software steht unter der GPL-Lizenz. Jeder darf sie nutzen, verändern und weiterverbreiten. Diese Offenheit hat ein riesiges Ökosystem aus Themes und Plugins geschaffen - und gleichzeitig ein Qualitätsproblem, auf das wir noch kommen.

WordPress.org vs. WordPress.com - ein wichtiger Unterschied

Ein Punkt, der regelmäßig für Verwirrung sorgt: Es gibt zwei WordPress-Varianten, die sich grundlegend unterscheiden.

WordPress.org ist die selbstgehostete Version. Du lädst die Software herunter, installierst sie auf deinem eigenen Server und hast volle Kontrolle über Themes, Plugins und Code. Dafür trägst du auch die Verantwortung für Updates, Backups und Sicherheit.

WordPress.com ist eine gehostete Plattform von Automattic (dem Unternehmen hinter WordPress). Hosting, Updates und Sicherheit sind inklusive. Dafür bist du in der Anpassung eingeschränkt - je nach Tarif erheblich. Im kostenlosen Tarif läuft deine Seite auf einer Subdomain mit Werbung.

Wenn Agenturen oder Freelancer von "WordPress" sprechen, meinen sie fast immer WordPress.org.

Marktanteil: Die Zahlen hinter der Dominanz

Rund 43 % aller Websites weltweit laufen auf WordPress (W3Techs, 2025). Bei CMS-basierten Websites liegt der Anteil bei rund 60 %. Zum Vergleich: Shopify als zweitgrößtes System kommt auf etwa 5 % (W3Techs, 2026).

Beeindruckend? Ja. Aber ein großer Teil dieser Installationen sind inaktive Blogs, verwaiste Projekte oder Seiten, die seit Jahren kein Update gesehen haben. Der Marktanteil sagt wenig über die Qualität der einzelnen Website aus.

Stärken: Warum WordPress so verbreitet ist

  • Riesiges Plugin-Ökosystem: Über 70.000 Plugins im offiziellen Verzeichnis. Von SEO über E-Commerce bis zur Terminbuchung - es gibt für fast alles eine Erweiterung.
  • Große Community: Millionen von Entwicklern, Designern und Nutzern weltweit. Für jedes Problem findest du eine Antwort.
  • Flexibilität: WordPress kann Blog, Unternehmenswebsite, Landing Page, Online-Shop (mit WooCommerce) oder Headless CMS sein.
  • Niedrige Einstiegshürde: Hosting ab 5 Euro im Monat, die Software kostenlos, den Gutenberg-Editor bedienst du ohne technisches Vorwissen.

Schwächen: Was WordPress-Fans ungern hören

  • Sicherheit: WordPress ist das meistangegriffene CMS der Welt - nicht weil die Kernsoftware unsicher ist, sondern weil die Verbreitung es zum Hauptziel macht. Veraltete Plugins sind das häufigste Einfallstor. Wer nicht regelmäßig updatet, hat ein offenes Scheunentor.
  • Performance: Eine frische WordPress-Installation ist schnell. Eine reale WordPress-Seite mit 15 Plugins, einem Page-Builder und einem Premium-Theme ist es selten. Performance-Optimierung ist machbar, aber aufwendig.
  • Wartungsaufwand: Updates für Core, Theme und Plugins. Backups. Sicherheitsmonitoring. Kompatibilitätsprüfungen nach jedem Update. Das summiert sich - und die meisten Seitenbetreiber machen es nicht.
  • Plugin-Abhängigkeit: Viele Features kommen nur über Drittanbieter-Plugins. Die können Konflikte verursachen, veralten oder plötzlich kostenpflichtig werden. Du baust auf einem Fundament, das du nicht kontrollierst.

WordPress vs. moderne Alternativen

Der CMS-Markt hat sich verändert. Plattformen wie Webflow, Framer oder Headless CMS wie Strapi und Contentful gehen einen anderen Weg: visuelles Design ohne Code, automatische Sicherheit, integriertes Hosting.

Webflow zum Beispiel liefert das, wofür du bei WordPress fünf Plugins brauchst, direkt mit: responsives Design, Hosting, SSL, CDN, Formulare. Kein Plugin-Management, keine manuellen Updates, keine Sicherheitslücken durch Drittanbieter.

WordPress kontert mit seiner REST API und GraphQL-Unterstützung als Headless CMS - ein Setup, das vor allem im Enterprise-Bereich zum Einsatz kommt. Technisch stark, aber auch deutlich komplexer als eine All-in-one-Lösung.

Was das konkret bedeutet: Ein mittelständisches Unternehmen zahlt für eine WordPress-Website über drei Jahre typischerweise 2.000-4.000 Euro allein für Hosting, Plugins und Wartung - ohne die eigentliche Website-Erstellung. Bei einer Plattform wie Webflow fallen viele dieser Posten weg, weil Sicherheit, Updates und Hosting im Paket stecken.

Die Mullenweg-WP-Engine-Krise

Im September 2024 bezeichnete WordPress-Mitgründer Matt Mullenweg den Hosting-Anbieter WP Engine öffentlich als "Cancer to WordPress". Der Vorwurf: WP Engine verdiene Millionen mit WordPress, gebe aber zu wenig an das Open-Source-Projekt zurück.

Was folgte, war beispiellos: Automattic sperrte WP Engine den Zugang zum offiziellen Plugin-Repository - und damit auch deren Kunden die Möglichkeit, Plugins und Themes zu aktualisieren. WP Engine klagte wegen Machtmissbrauchs. Im Dezember 2024 ordnete ein US-Gericht die Aufhebung der Sperre an (TechCrunch, 2025).

Für die WordPress-Community war das ein Weckruf. Die Krise legte offen, wie viel Kontrolle eine einzelne Person über ein vermeintlich dezentrales Open-Source-Projekt ausübt. Die Debatte über Governance und die Zukunft von WordPress läuft seitdem.

Für wen ist WordPress die richtige Wahl?

WordPress passt, wenn du ein knappes Budget hast, maximale Flexibilität brauchst und bereit bist, den Wartungsaufwand dauerhaft zu tragen - oder jemanden hast, der das für dich übernimmt.

Für Unternehmen, die ihre Website als Vertriebsinstrument nutzen und keine eigene IT-Abteilung haben, gibt es heute bessere Optionen. Plattformen wie Webflow bieten einen professionellen Auftritt ohne die versteckten Kosten, die bei WordPress über die Jahre auflaufen: Plugin-Lizenzen, Sicherheits-Plugins, Performance-Optimierung, Wartungsverträge.

Die Frage ist nicht, ob WordPress funktioniert. Die Frage ist, ob du deine Zeit damit verbringen willst, es am Laufen zu halten.

Häufig gestellte Fragen zu

WordPress

Ist WordPress wirklich kostenlos?

Die Software selbst ist kostenlos. Aber du brauchst Hosting (ab ca. 5 Euro im Monat), eine Domain, und in der Praxis oft Premium-Themes und Plugins. Eine professionelle WordPress-Website kostet laufend 20-50 Euro im Monat - ohne Agenturkosten für Wartung und Updates.

Ist WordPress sicher?

Der WordPress-Core ist solide. Die meisten Sicherheitsprobleme entstehen durch veraltete Plugins, schwache Passwörter oder fehlendes Hosting-Management. Regelmäßige Updates und ein Sicherheits-Plugin wie Wordfence sind Pflicht. Wer das vernachlässigt, hat ein offenes Scheunentor.

WordPress oder Webflow - was ist besser?

Kommt drauf an. WordPress bietet mehr Flexibilität und ein größeres Ökosystem. Webflow liefert bessere Performance und Sicherheit bei deutlich weniger Wartungsaufwand. Für Unternehmen ohne IT-Team ist Webflow oft die klügere Wahl, weil die laufenden Kosten planbarer sind.

Kann ich meine WordPress-Seite zu Webflow migrieren?

Ja, aber nicht per Knopfdruck. Inhalte lassen sich exportieren, das Design muss neu gebaut werden. Eine Migration ist in der Regel ein Relaunch-Projekt. Der Aufwand lohnt sich besonders, wenn deine WordPress-Seite unter Performance- oder Sicherheitsproblemen leidet.

Was war die WordPress-Krise 2024?

WordPress-Mitgründer Matt Mullenweg sperrte WP Engine den Zugang zum Plugin-Repository, weil er fand, dass der Hoster zu wenig zum Open-Source-Projekt beiträgt. WP Engine klagte, ein Gericht ordnete die Aufhebung an. Die Krise zeigte, wie abhängig WordPress von einer einzelnen Person ist.

Brauche ich einen Entwickler für WordPress?

Für einfache Blogs und Standard-Websites nicht zwingend. Für eine professionelle Unternehmenswebsite mit individuellen Anforderungen schon. Und selbst wenn du die Seite selbst baust - bei Performance-Problemen, Sicherheitslücken oder Plugin-Konflikten brauchst du jemanden mit Erfahrung.