ABM (Account-Based Marketing) – Qualität vor Quantität
TL;DR - die Kurzfassung
Was ist Account-Based Marketing (ABM)?
Account-Based Marketing (ABM) kehrt das klassische Marketing-Modell um:
Klassisch:
Breite Kampagnen → viele Leads generieren → qualifizieren → wenige werden Kunden
ABM:
Wenige Ziel-Accounts definieren → alle Stakeholder gezielt ansprechen → höhere Abschlussquote
ABM ist wie Speerfischen statt Schleppnetzfischen. Fokus auf Qualität, nicht Quantität.
Warum ABM im B2B funktioniert
ABM ist besonders sinnvoll, wenn:
- Dein Produkt hochpreisig ist (50.000+ Euro)
- Der Verkaufszyklus lang ist (6+ Monate)
- Mehrere Entscheider involviert sind (Buying Center)
- Deine Zielgruppe klein und spezifisch ist
Die drei Stufen von ABM
1. Strategic ABM (1:1)
Ein Account = eine Kampagne. Höchstpersönlich, maßgeschneidert.
Ressourcenaufwand: Sehr hoch | Accounts: 1–10 | Abschlusswert: 500.000+ Euro
2. ABM Lite (1:Few)
Eine Kampagne für eine kleine Gruppe ähnlicher Accounts (5–10 Unternehmen einer Branche).
Ressourcenaufwand: Mittel | Accounts: 10–100 | Abschlusswert: 100.000–500.000 Euro
3. Programmatic ABM (1:Many)
Technologie-gestützte ABM-Kampagnen für größere Account-Listen mit automatisierter Personalisierung.
Ressourcenaufwand: Niedrig (automatisiert) | Accounts: 100–1.000 | Abschlusswert: 50.000–100.000 Euro
Wie funktioniert ABM?
Schritt 1: Ziel-Accounts identifizieren
Welche Unternehmen sind ideal? Basierend auf dem Ideal Customer Profile (ICP).
Schritt 2: Stakeholder im Buying Center identifizieren
Wer entscheidet? Wer beeinflusst? Wer nutzt? Typisch: 5–10 Personen pro Account.
Schritt 3: Personalisierte Kampagnen erstellen
| Rolle | Botschaft |
|---|---|
| CEO | "Steigern Sie Umsatz um 20% mit datengetriebenem Vertrieb" |
| CFO | "Senken Sie Kosten um 30% durch Prozessautomatisierung" |
| CTO | "Nahtlose Integration in Ihre bestehende Infrastruktur" |
| Vertriebsleiter | "Verkürzen Sie Sales Cycles um 40%" |
Schritt 4: Multi-Channel-Ansprache
- LinkedIn Ads (personalisiert nach Rolle)
- Direct Mail (physische Pakete, Bücher, Geschenke)
- E-Mail-Outreach (hochpersonalisiert)
- Events / Webinare (exklusiv für Ziel-Accounts)
- Retargeting (Stakeholder sehen Ads auf allen Kanälen)
Schritt 5: Abstimmung zwischen Marketing und Vertrieb
ABM funktioniert nur, wenn Marketing und Vertrieb eng zusammenarbeiten. Gemeinsame Account-Pläne und Erfolgskennzahlen sind Pflicht.
ABM-Kennzahlen
ABM misst Erfolg anders als klassisches Marketing:
- Account Engagement: Wie viele Stakeholder im Account sind aktiv?
- Pipeline-Wert: Wie viel Umsatzpotenzial steckt in engagierten Accounts?
- Win Rate: Wie viele Ziel-Accounts werden zu Kunden?
- Deal Size: Wie hoch ist der durchschnittliche Abschlusswert?
- Sales Cycle Length: Wie schnell schließen ABM-Accounts ab?
ABM vs. klassische Lead Generation
| Aspekt | Klassische Lead Gen | ABM |
|---|---|---|
| Ziel | Viele Leads generieren | Wenige, hochwertige Accounts gewinnen |
| Ansatz | Breit | Fokussiert |
| Personalisierung | Niedrig | Hoch |
| Abschlusswert | Mittel | Hoch |
| Zusammenarbeit | Marketing → Vertrieb | Marketing + Vertrieb gemeinsam |
Häufige ABM-Fehler
Zu viele Accounts: ABM mit 5.000 Accounts ist kein ABM. Lieber 50 Accounts mit 80% Win Rate als 500 mit 5%.
Marketing und Vertrieb arbeiten getrennt: Gemeinsame Account-Pläne und wöchentliche Abstimmung sind Pflicht.
Keine Personalisierung: Generic Ads an alle Accounts ist normales Marketing. ABM braucht rollenbasierte Botschaften.
Nur einen Stakeholder ansprechen: Das gesamte Buying Center muss parallel angesprochen werden.
ABM in der Praxis
Beispiel: Ein Software-Unternehmen identifiziert 20 Enterprise-Accounts als Ziel.
Vorgehen:
1. 8–10 Stakeholder pro Account identifiziert
2. Personalisierte LinkedIn Ads für jede Rolle
3. Direct Mail: CEO erhält Buch + persönlichen Brief
4. Exklusives Webinar nur für diese 20 Accounts
5. Koordinierter Vertriebsoutreach
Ergebnis: Win Rate 57% (klassisch: 10–15%)
ABM und das Buying Center
ABM ist die perfekte Strategie für komplexe Buying Center. Statt zu hoffen, dass ein einzelner Champion intern überzeugt, spricht ABM alle Entscheider gleichzeitig an:
- CEO sieht Ads zu strategischem Wert
- CFO sieht Ads zu ROI
- CTO sieht Ads zu technischer Integration
Das beschleunigt Entscheidungen und erhöht die Win Rate.
Häufig gestellte Fragen zu
ABM (Account-Based Marketing)
ABM ist eine B2B-Strategie, bei der Marketing und Vertrieb gezielt auf wenige, hochwertige Ziel-Accounts fokussieren. Jeder Account wird wie ein eigener Markt behandelt, alle Stakeholder werden personalisiert angesprochen.
Bei hochpreisigen Produkten (50.000+ Euro), langen Sales Cycles, komplexen Buying Centers und kleinen, spezifischen Zielgruppen. Besonders effektiv im Enterprise-Segment.
Klassische Lead Gen generiert viele Leads breit gestreut. ABM fokussiert auf wenige Accounts mit hoher Personalisierung. ABM hat niedrigere Lead-Zahlen, aber höhere Win Rates und Deal Sizes.
LinkedIn Ads, Direct Mail, personalisierte E-Mails, exklusive Events/Webinare, Retargeting. Multi-Channel-Ansatz ist entscheidend, um alle Stakeholder im Buying Center zu erreichen.
Nicht an Lead-Menge, sondern an: Account Engagement, Pipeline-Wert, Win Rate, Deal Size, Sales Cycle Length. ABM zielt auf Qualität, nicht Quantität.
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