Lead Scoring – Priorität durch Punkte

TL;DR - die Kurzfassung

Lead Scoring ist ein systematisches Bewertungssystem, das Leads anhand von Verhalten, Firmendaten und Engagement-Level mit Punkten bewertet. Ziel ist es, qualifizierte Leads zu identifizieren und zu priorisieren – damit Marketing und Vertrieb ihre Ressourcen auf die vielversprechendsten Kontakte fokussieren.

Was ist Lead Scoring?

Lead Scoring bewertet Leads anhand vordefinierter Kriterien mit Punkten. Je mehr Punkte, desto höher die Kaufwahrscheinlichkeit und Priorität.

Ein Beispiel:

  • Whitepaper-Download: +10 Punkte
  • Webinar-Teilnahme: +20 Punkte
  • Wiederholter Website-Besuch: +5 Punkte
  • Unternehmensgröße passt zum ICP: +15 Punkte
  • Entscheidungsbefugnis (C-Level): +20 Punkte

Ab 50 Punkten: Lead wird MQL
Ab 80 Punkten: Lead wird SQL und geht an den Vertrieb

Warum ist Lead Scoring wichtig?

Nicht jeder Lead ist gleich wertvoll. Lead Scoring hilft, die richtigen Prioritäten zu setzen:

  • Effizienz: Vertrieb fokussiert sich auf die besten Leads
  • Timing: Leads werden zum optimalen Zeitpunkt kontaktiert
  • Qualität: MQL-zu-SQL-Conversion steigt, weil besser qualifiziert wird
  • Skalierung: Automatisierte Bewertung statt manueller Prüfung

Kriterien für Lead Scoring

Lead Scoring berücksichtigt zwei Dimensionen:

1. Explizite Daten (Firmografische Kriterien)

  • Unternehmensgröße
  • Branche
  • Standort
  • Umsatz
  • Jobposition des Kontakts

Frage: Passt das Unternehmen zum Ideal Customer Profile (ICP)?

2. Implizite Daten (Verhaltensbasierte Kriterien)

  • Website-Besuche und besuchte Seiten
  • Content-Downloads
  • E-Mail-Öffnungen und Klicks
  • Webinar-Teilnahme
  • Social-Media-Interaktionen

Frage: Wie stark ist das Interesse und Engagement?

Lead Scoring in der Praxis

Ein funktionierendes Lead-Scoring-System kombiniert beide Dimensionen:

Beispiel:
Ein C-Level-Manager (hoher expliziter Score) aus einem Zielunternehmen lädt ein Whitepaper herunter (+10), nimmt an einem Webinar teil (+20) und besucht die Preisseite dreimal (+15).
Gesamtscore: 65 Punkte → MQL

Nach weiteren E-Mail-Interaktionen (+10) und einem Demo-Request (+25):
Gesamtscore: 100 Punkte → SQL, Übergabe an Sales

Lead Scoring richtig aufsetzen

Best Practices:

  • Datenbasiert: Analysiere historische Daten – welche Leads wurden zu Kunden?
  • Iterativ anpassen: Lead Scoring ist kein Set-and-Forget – teste und optimiere
  • Negatives Scoring: Ziehe Punkte ab für unerwünschtes Verhalten (z.B. Abmeldung vom Newsletter)
  • Transparenz: Marketing und Vertrieb müssen das System verstehen und akzeptieren
  • Automation: Nutze Marketing-Automation-Tools zur automatischen Bewertung

Häufige Fehler beim Lead Scoring

  • Zu komplex: Zu viele Kriterien verwirren und verlangsamen
  • Zu statisch: Scoring-Modell wird nie angepasst
  • Nur Verhalten: Firmografische Fit wird ignoriert
  • Keine Abstimmung: Vertrieb akzeptiert die Scores nicht

Häufig gestellte Fragen zu

Lead Scoring

Was ist Lead Scoring?

Lead Scoring bewertet Leads mit Punkten basierend auf Verhalten und Firmendaten, um qualifizierte Leads zu identifizieren und zu priorisieren.

Welche Kriterien werden beim Lead Scoring bewertet?

Explizite Daten (Unternehmensgröße, Branche, Position) und implizite Daten (Website-Besuche, Downloads, E-Mail-Interaktionen, Webinar-Teilnahme).

Ab welchem Score wird ein Lead zum MQL oder SQL?

Das hängt vom individuellen Scoring-Modell ab. Typisch: Ab 50 Punkten MQL, ab 80 Punkten SQL. Die Schwellen sollten datenbasiert festgelegt werden.

Wie oft sollte man Lead Scoring anpassen?

Regelmäßig – idealerweise quartalsweise. Analysiere, welche Leads zu Kunden wurden und passe Gewichtungen entsprechend an.

Was ist negatives Lead Scoring?

Punkte werden abgezogen für unerwünschtes Verhalten – z.B. Newsletter-Abmeldung, lange Inaktivität oder Besuch der Karriere-Seite (kein Kaufinteresse).