Retargeting – Den zweiten Kontakt nutzen

TL;DR - die Kurzfassung

Retargeting (auch Remarketing) bezeichnet das gezielte Ausspielen von Werbeanzeigen an Nutzer, die bereits mit einer Website, einem Content-Angebot oder einer Marke interagiert haben. Im B2B ist Retargeting essenziell, da 60–70% der Leads nicht beim ersten Besuch konvertieren. Retargeting hält das Interesse aufrecht, baut Vertrauen auf und führt Leads zurück in den Conversion-Funnel.

Was ist Retargeting?

Retargeting bedeutet: Nutzer, die deine Website besucht haben, erhalten später gezielte Werbeanzeigen – auf LinkedIn, Google, Facebook oder anderen Plattformen.

Ziel:
Sie zurückholen. Interesse wieder wecken. Conversion abschließen.

Warum Retargeting im B2B unverzichtbar ist

60–70% der B2B-Leads konvertieren nicht beim ersten Besuch. Retargeting sorgt dafür, dass sie nicht verloren gehen.

Ohne Retargeting: Diese Leads sind verloren.
Mit Retargeting: Sie sehen deine Ads, erinnern sich, kommen zurück.

Retargeting-Strategien im B2B

1. Website-Besucher Retargeting
Alle Besucher deiner Website bekommen Ads ausgespielt.

Besser – Segmentierung nach Verhalten:

  • Besucher der Preisseite → Ad mit "Demo buchen"
  • Besucher der Case-Studies-Seite → Ad mit "Jetzt Erstgespräch vereinbaren"
  • Blog-Leser → Ad mit weiterführendem Content

2. Engagement-basiertes Retargeting
Nur Nutzer, die eine bestimmte Aktion ausgeführt haben, bekommen Ads.

  • Whitepaper-Download → Ad mit Webinar-Einladung
  • Webinar-Teilnahme → Ad mit Demo-Angebot
  • Abgebrochene Formular-Anfrage → Ad mit "Hast du noch Fragen?"

3. Ausschluss-Retargeting
Nutzer, die bereits konvertiert haben, werden aus Retargeting-Kampagnen ausgeschlossen. Niemand will Ads für ein Produkt sehen, das er bereits gekauft hat.

4. Cross-Sell / Upsell Retargeting
Bestehende Kunden bekommen Ads für ergänzende Produkte oder Premium-Angebote.

Retargeting-Kanäle im B2B

LinkedIn Ads: Der stärkste Retargeting-Kanal im B2B. Präzises Targeting nach Branche, Unternehmensgröße, Position.

Google Display Network: Breite Reichweite, weniger B2B-fokussiert.

Facebook / Instagram: Überraschend effektiv im B2B – Entscheider sind auch privat online.

YouTube: Video-Retargeting für Brand-Awareness.

Retargeting-Inhalte: Was funktioniert?

Stufe 1 – Awareness:
Nutzer war auf der Website, hat aber nichts Konkretes getan. Ad: Brand Awareness, Social Proof.

Stufe 2 – Consideration:
Nutzer hat Content konsumiert. Ad: Tiefergehender Content, Case Studies, Webinar.

Stufe 3 – Decision:
Nutzer war auf Preisseite. Ad: Direkter Call-to-Action. "Noch Fragen? Buche jetzt ein kostenloses Erstgespräch."

Häufigkeit und Dauer

Faustregel im B2B:

  • 2–4 Impressions pro Woche
  • Kampagnenlaufzeit: 30–90 Tage (je nach Sales Cycle)

Nach 90 Tagen ohne Conversion:
Nutzer aus Retargeting-Kampagne entfernen oder in "Low Intent"-Segment verschieben.

Retargeting und Lead Nurturing

Retargeting ist kein Ersatz für Lead Nurturing – sondern eine Ergänzung. Ein Lead lädt ein Whitepaper herunter → bekommt Nurturing-E-Mails und sieht Retargeting-Ads. Multi-Channel-Ansatz maximiert Conversion.

Datenschutz und Retargeting (DSGVO)

Retargeting ist legal – aber nur mit Einwilligung (Cookie-Banner).

  • Klare Cookie-Richtlinien
  • Opt-out-Möglichkeit
  • Transparenz über Tracking

Ohne Consent: Kein Retargeting. Compliance ist Pflicht.

Retargeting messen

  • CTR (Click-Through Rate): Wie viele klicken auf die Ad?
  • Conversion Rate: Wie viele konvertieren nach Klick?
  • CPA (Cost per Acquisition): Was kostet eine Conversion?
  • ROAS (Return on Ad Spend): Wie viel Umsatz pro investiertem Euro?

Retargeted Nutzer sind bereits warm – sie kennen die Marke. Conversion Rates sind höher, CPA niedriger als bei Cold Traffic.

Retargeting-Fehler vermeiden

Zu breites Retargeting: Alle Website-Besucher in einen Topf werfen. Besser: verschiedene Kampagnen für verschiedene Verhaltensweisen.

Zu lange Retargeting: Nutzer 6 Monate lang mit denselben Ads nerven. Besser: nach 60–90 Tagen rausnehmen.

Kunden nicht ausschließen: Bestehende Kunden sehen Ads für Produkte, die sie bereits nutzen. Besser: Conversion-Pixel setzen, Kunden ausschließen.

Immer dieselbe Ad: Nutzer sieht 50x dieselbe Anzeige. Besser: Ad-Rotation, unterschiedliche Botschaften testen.

Häufig gestellte Fragen zu

Retargeting

Was ist Retargeting?

Retargeting (Remarketing) ist das gezielte Ausspielen von Ads an Nutzer, die bereits deine Website besucht oder mit deinem Content interagiert haben. Ziel: Sie zurückholen und zur Conversion führen.

Warum ist Retargeting im B2B wichtig?

60–70% der B2B-Leads konvertieren nicht beim ersten Besuch. Retargeting sorgt dafür, dass diese Leads nicht verloren gehen, sondern durch wiederholte Touchpoints zurückgeholt werden.

Welche Retargeting-Kanäle funktionieren im B2B?

LinkedIn Ads (am stärksten), Google Display Network, Facebook/Instagram, YouTube. LinkedIn ist ideal für präzises B2B-Targeting.

Wie oft sollte ein Nutzer meine Retargeting-Ad sehen?

2–4 Impressions pro Woche sind sinnvoll. Zu oft nervt, zu selten verpufft die Wirkung. Nach 60–90 Tagen ohne Conversion: Kampagne beenden oder Intensität reduzieren.

Ist Retargeting DSGVO-konform?

Ja – aber nur mit Einwilligung (Cookie-Banner). Tracking ohne Consent ist illegal. Transparenz und Opt-out-Möglichkeiten sind Pflicht.